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News, nicht nur zur IHK-Prüfung 2009/10

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Turbo Zertifikate und Knock-out Papiere

Im Jahre 2002 haben Anleger auf dem Derivate Markt den Handel mit neuen Turbo Zertifikaten oder Knock-out Papieren auf über 100 Mrd. Euro hochgeschraubt und damit einen großen Teil des Kuchens der alten Call- und Put-Optionsscheine aus der Gattung der covered  und der naked warrants abbekommen.

Warum kaufen so viele Kunden diese neuen Börsenprodukte?

Bei den normalen Optionsscheinen war die Preisfindung schwieriger, weil das Aufgeld (der Zeitwert) den Preis des Scheines teilweise deutlich verteuerte und die Abhängigkeit von der Volatilität des zugrundeliegenden Basiswerts den Preis zusätzlich nach oben oder nach unten drücken konnte. Diese beiden Preiskriterien fallen bei den Turbos / Knock-out Zertifikaten fast vollständig weg.

Im Gegensatz zum einfachen Index-Zertifikat kommt aber beim Turbo Zertifikat die Hebelwirkung ( Leverage-Effekt ) hinzu, die sich am folgenden Beispiel einfach erklären läßt.

 

Kauft ein Anleger ein einfaches Index Zertifikat im Verhältnis 1:100 auf den DAX bei einem DAX Stand von 5.000, zahlt er 50 Euro. Steigt der DAX während / am Ende der Laufzeit beispielsweise auf 5.500 Punkte, so kostet das Zertifikat 55 EUR und der Gewinn beträgt 5 Euro. 

Natürlich kann der Index auch fallen. Bei einem DAX-Stand von 4.600 Punkten liegt das Zertifikat bei 46 EUR und der Verlust bei 4 Euro. Ein Totalverlust ist daher nicht möglich.

Bei einem Turbo Zertifikat als Call auf den DAX  wird zusätzlich eine Grenze ( barrier) eingeführt, bei der das Zertifikat i.d.R. wertlos wird und verfällt. Bei einer Basis (Grenze) von 4.500 kostet das Zertifikat bei einem DAX-Stand von 5.000 Punkten daher nur noch ca. 5 Euro statt 50 EUR wie oben.
Sinkt der DAX auf 4.600 kostet das Turbo-Zertifikat nur noch 1 Euro ( 1/100 der Differenz aus DAX – Basispreis)

Steigt jetzt der DAX wieder von 4.600 auf 4.700, geht das Zertifikat sofort wie eine Rakete nach oben – auf 2,00 Euro, was allerdings + 100 % bedeutet.

 

tabellarische Übersicht

Index-Zertifikat

Dax

Kurs Index-Zertifikat

Gewinn in €

in %

5.000

5.500

4.600

 

Kauf Ind-Z: 50,00

Index-Z.:    55,00

Index-Z.:    46,00

 

----

+ 5,00 €

-  9,00 €

(= 4 € Verl)

---

+ 10,0 %

- 8,0 %

 

Turbo-Zertifikat mit Grenze (barrier) von 4.500

Dax

Kurs Turbo-Zertifikat

Gewinn in €

in %

5.000

5.500

4.600

4.700

Hebel bei 

5500

4600

4700

Kauf T-Z:   5,00

Turbo-Z.:  10,00

Turbo-Z :    1,00

Turbo-Z.:    2,00

 

  5500 x 0,01 / 5 =  11   

  4600 x 0,01 / 1 =  46   

 4700 x 0,01 / 2 = 23,5

----

+ 5,00 €

-  9,00 €

+ 1,00 €

.

.

.

.

---

+ 100,0 %

-   80,0 %

+ 100,0 %

.

.

.

.

                                                      jeweils gegenüber vorherigem Wert

 

Je kleiner also der Abstand von der Grenze (Basis) liegt, um so größer ist die Hebelwirkung.

 

Andererseits aber besteht bei diesen Hebelprodukten oder Turbo-Zertifikaten auch die extreme Gefahr des Totalverlustes. Sobald der Kurs des DAX in unserem Beispiel die 4.500 Punkte Grenze berührt, wird das Zertifikat mit einem Schlag wertlos – daher der Name "knock out".

 

Allerdings entfallen bei beiden Zertifikatsformen im Gegensatz zu den Optionsscheinen der o.a.  Volatilitätseinfluss und größtenteils auch der Zeitwertverlust, so dass dem Anleger die Preisfindung leicht verständlich gemacht wird und er fast genau den Kurs des "Zertis" bestimmen kann, den er bei einem bestimmten Indexstand haben muss.

 

Neben der Spekulation auf steigende Kurse gibt es ebenso auch Knock-out-Zertifikate, mit denen an fallenden Kursen verdient werden kann. Eine sehr gute Beschreibung und eine Unterteilung nach Knock-out Arten befindet sich bei www.onvista.de  unter der Rubrik Hebelprodukte bzw. Zertifikatejournal.

Horst Schmidt

 

 

 Web-Adresse: 
einfach:   www.windsurf-schmidt.de/bank.htm

 

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